Caspar Heinrich Marx (Diarium), f. 12r
[1631.10]

zu ediren scharf angemahnet.
Sontag 12. / 2. Octobris.
Habe ich zue Sanctum Lorentzen, iedoch bei verschlossenen Thueren, Herrn Conrado Weindorf eine Dochter getauft.
Donnerstag. 16. / 6. 8bris
Dem Churfürstlichen Maintzischen Gerichts Schultheis Herrn Doctori Joanni Schöneman habe ich eine Dochter getauft in der behausung zur weissenburg in der Lauengasse, dieweil die Sever[i]s kirchen aufzuemachen nicht sicher gewesen.
Donnerstag 13 23. / 13. 8bris.
|[R.] Clero Erfordiensi[a] wurd[e] Schwedischer Schutz offerirt, gegen Monatliche Contribution á 7000 Rtlr. |
Wardt der Churfürstliche Maintzische Herr Siegler Herr Magister Urbanus Heun, auf die Weimarische Cantzlei berufen, ihme angezeuget, daß, wofern die Clerisei wolte under koniglichem Schutz sein, solten sie monatlichen 7000 daler Contribution erlegen, hingegen bei ihrer Religion, Standt, Immunität etc., einkunften, wie Sie Ihro Maiestät[vorge]funden [hatte], geschutzet werden.
Eodem die[b]
Nachmittage in des Herrn Sieglers behausung kamen beede Stifter [ St. Beatae Mariae Virginis, St. Severi] |Personen |, und aller Closter Abgeordnete, der Abt Sancti Petri, Abt Rector Collegii Societatis Jesu, Prior Cartheusiae, Prior Augustinianorum, die Probste der Jungfrauen Closter undt ein abgeordneter wegen des Herrn Abts zue Scotorum zuesammen, proponiret Herr Siegler, waß ihme Mo frue morgens bei der weimarischen Cantzelei fuergehalten worden.
Uber diese proposition ist die gantze Clerisei hochlich bestürtzet worden, sintemahl schon albereit bei Ihrer Churfürstlichen Gnaden zue Maintz underschiedlichen[1] die euserste Armuet fuergetragen umb promotorialschreiben[2] an daß Haus Sachsen undt andere Fürsten und Stende[gesandt], under welchen die meisten Stiftsproventus begriffen, undt lang nichts gefolget, auch solche Intraden mit hohen Contributionen beleget, angehalten, auch die meisten Geistlichen albereit expoliiret, hart mit Soldaten beleget ; ...
Merckte also Clerus, daß solches von hessigen[3] Leuten bei

[1] wiederholt
[2]Wahrscheinlich ist hier das bei SCHAUERTE, Gustav Adolf und die Katholiken, S. 17, zitierte Schreiben vom 10./20.10.1631 an Wilhelm IV. von Sachsen gemeint.
[3] gehässigen
[a] dem Erfurter Klerus
[b] an diesem Tag


< vorige Seite     nächste Seite >      Druckversion