Caspar Heinrich Marx (Diarium), f. 21v
[1632.01;1632.02]

1632
Januarius et Februarius.
Geben zur Andtwort, die begehrte Contribution belangent, wollen wihr [es dem] Clero referiren. Die Correspondentz betreffent, verhoften wihr nicht, solte doch deswegen Erinnerung geschehen. Es wehren Clerici dermassen |[R.] wegen starcker einquartirung | beengstiget, daß sie solcher Correspondentz und schreibenß wohl vergessen.
Eodem die[a]
Kam Clerus in Herrn Sieglers behausung zusammen. Ausm Stift Beatæ Mariæ Virginis Decanus Ego[b] Scholasticus ( ante paucos dies electus[1][c]), Herr Wilde. Herren Müller, Glebe, Winter, Heun|[R.] et Steckius Notarius|. Ex Sancto Severo Decanus Scholasticus Cantor, Colinus. die Prælaten Sancti Petri et Scotorum. Ex Societate Jesu Pater Joannes Colinus. Der Cartheuser Schreiber. Prior Augustinianorum. der schreiber Albani Dominarum. die Probste [ Johannes Stampf, N N, N N] Sancti Cyriaci , et Novi operis et Sancti Martini.
Proponiren wihr Deputati [ Nikolaus Ebert, Johann Henning, Caspar Heinrich Marx, Johann Melchior Rolandt], waß auf der weimarischen Cantzlei unß fuergehalten. Wardt Concludiret. 1.) Wegen der Correspondentz sich hochlich zue entschuldigen[2]. 2). Wegen geforderter summa, wehre solche zue erlegen ohnmueglich, wolte Clerus an geldt, wein, undt Quitentzen etwaß zuesammen machen, und solten wihr Deputati [ Nikolaus Ebert, Johann Henning, Caspar Heinrich Marx, Johann Melchior Rolandt] aufs beste mit der Cantzlei handlen, der Clerisei prestiren wegen einquartirung, exspoliirung undt aussenbleibung der Zinsen fuerschutzen, daß also Clero Media Sustentationis[d] zue geschweigen Contribution, endgiengen.
Dienstag 3. Febr. / 23. Januarii.
Wihr, der Clerisei Deputirte [ Nikolaus Ebert, Johann Henning, Caspar Heinrich Marx, Johann Melchior Rolandt], berechneten unß mit den Fürstlichen Zahlmeister, Herrn Theodoro Evandro, waß zeithero der Clerisei halber an Contribution geliefert, befunden, daß an geldt, kelchen undt kirchenornat geliefert 5958. daler 23. g. 4 d.|[R.] 5958. tlr. |
Vomb Schosser zue Ringleben wegen etlich Zins 36. daler 6. groschen It.[e] 39. daler 20. groschen 3 ½ d. |36. tlr.|
Aus Herrn Lamperti Hecks Verlas[s]enschaft 158. daler 13. g. 3. d. an geldt undt silber. |158. tlr.|

[1]nach dem Tod Hecks am 3.1.1632
[2] HUSCHKE, Herzog Wilhelm von Weimar, S. 36: 'In dem Ausschreiben vom 27. Januar waren auch Rat und Geistlichkeit mit 3000 bzw. 1000 Rt. Kontribution angesetzt, die sie ‚in Abschlag der alten Reste’ erlegen sollten. Wilhelm beauftragte seine Räte, der Geistlichkeit zu erklären, er habe erfahren, daß sie mit seinen Feinden ‚Korrespondenzen und Machinationen pflege, daher Wir wohl Ursach’ hätten, ein scharfes Einsehen zu haben’. Er wolle jedoch ein Auge zudrücken, wenn sie Kontribution zahle. Die Geistlichkeit zeigte sich von der Anschuldigung des Herzogs äußerst betroffen, beteuerte ihre Unschuld, war aber auf Drängen des Zahlmeisters Evander bereit, wenigstens 300 Rt. zu erlegen'. Der Vorwurf war hier die Konspiration der Geistlichkeit, vor allem von Urban Heun und seinem Vetter Jacobus Heun, aber auch der Jesuiten und Kartäuser, mit Pappenheim. Am 28.10./ 7.11.1632 wurde nach HAPPE, Chronicon Thuringiae I, fol. 288r in Erfurt ein Kundschafter mit Briefen Pappenheims festgenommen.
[a] an diesem Tag
[b]ich
[c] vor wenigen Tagen gewählt
[d] der Geistlichkeit die Unterhaltsmittel
[e]Item = Ebenso


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