Caspar Heinrich Marx (Diarium), f. 22r
[1632.02]

1632.
Februarius.
Vomb Stift Sancti Severi an Glockenspeis 137 daler 3. g., an Quitentzen aufm Zoll Franckenhausen vomb Stift Beatæ Mariæ Virginis 4092. daler 18. groschen|[R.] [40]92 tlr.|Mit 105 fl. hauptsumma ad officium[a] Fabricæ Beatæ Mariæ [Virginis] undt 50 fl. capital Sancti Severi, bei Herrn Joachim Gerstenberger haftent, stehet noch imb handel.
Item[b] wegen Schwabheusischer, Gebischer undt Ritnortheusischer Zinsen, stehet auch noch auf bericht derselben ohrter Schossern.
Eodem die[c]
Wardt von der weimarischen Cantzelei der Clerisei ein schriftlich Mandatum uberschickt, undt sub gravi comminatione[d] auf die begehrte 1000. daler|[R.] 1000 tlr.| Contribution gedrungen[1] .
Donnerstag 5. Febr. / 26. Januarii.
Ubergab Clerus eine Supplication, batt erkleret sich auf die begehrte 1000. daler, 300. daler|[R.] 300 tlr.|an Quitentzen undt wiederkeuflichen briefen (allegate impossibilitate et pressuris[e] :) zue erlegen. Mit bit, wo fern die Cantzlei nicht zuefrieden sein könte, daß man Supplicationem ad Illustrissimum principem[f] verstatten wölle.
Hatt (auf mein instendiges bitten) Herr Doctor Daniel Burchardt Supplicationem ad principem[g] zue thun verstattet, mit Verhoffnung, wolle das seinige auch bei der Clerisei thuen helffen.
Freidag 6. Feb. / 27. Januarii.
Ein Schreiben nomine Cleri[h] an Ihre Fürstliche Gnaden Hertzog Wilhelm wegen begehrter 1000. daler auf die Cantzlei geliefert, welches Herr Nicolaus Bantzer den weimarischen Bodtemeister exhibiret.
Eodem die[i]
Habe ich Herrn Doctor Daniel Burchardt nachmahligen wegen der Clerisei undt sonderlich wegen grosser Insolenz, welche in den kirchen von Soldaten undt anderen geübt, gebeten: welcher zur Andtwort gab, wolte das beste thuen, die Clerisei solte ihme durch Herrn Magistri Lamperti Hecks doth[2] verledigte[3] behausung zur gulden Pforten auf sich, sein weib undt eines kindes leben verkauffen. Wie ehr dessen albereit 22. / 12. Januarii meldung gethan. Vide protocollum Capituli[j] Item[k] 4. Februarii.

[1] Am 24.2. a. St. hatte sich der Klerus wieder an Wilhelm IV. gewandt und seine Notlage geschildert; vgl. SCHAUERTE, Gustav Adolf und die Katholiken, S. 21.
[2] Tod
[3] erledigte, frei gewordene
[a] zum Amt
[b] ebenso
[c] an diesem Tag
[d] unter schwerer Bedrohung
[e] [trotz] vorgebrachter Unmöglichkeit und des Druckes
[f] an den Erlauchtigsten Fürsten
[g] Bittschrift an den Fürsten
[h] im Namen der Geistlichkeit
[i] am selben Tag
[j] siehe die Niederschrift des Kapitels
[k] ebenso


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