Caspar Heinrich Marx (Diarium), f. 28r
[1632.05]

1632.
Maius et April. styl. veteri. [sic]
2.). Die Schosbahre Gueter werden von den Geistlichen den Bürgern verschost undt mus zue der Bürger Contribution der Geistliche den Raht so sein guetern erlegen alß die bürger (: laut den Verträgen zwischen Maintz undt Erffurdt[)].
3) Die Zinse, so die Geistlich[k]eit auf dem lande hatt, mussen meistentheils versteuret werden oder waß fur aufsatz undt Contribution von der Obrigkeit, da sie unterliegen, angefordert wirdt, entrichtet werden, undt zwahr fur voll, so viell alß bei den Censiten liegt, der Censit entrichte solche oder nicht.
4.) die Zinse, welche ein Geistlicher ins haus bekommet (: wiewohl deren wenig, undt bei den meisten keine zuefinden :), will ein Geistlicher darvon leben, muß ehr sie verkauffen oder mahlen undt backen lassen. Es geschehe deren eins, welches wolle, so mus der Geistliche hiervon die Accisen gleich den Bürgern undt anderen entrichten.
woraus abzunehmen, daß in allen stucken, wo ein bürger einfache Contribution gibt, der Geistliche fast Vierfache onera[a] dragen muße; 1. bei der obrigkeit, da die proventus unterliegen. 2. Bei der Fürstlichen erlegten Contribution. Undt ietzo (3) beimb Raht. 4. Die Geschoß, accisen, erbzins, zuegeschweigen.
Dienstag 4. Maii / 24. April.
Convenit totus Clerus wie supra[b] 30. / 20. Aprilis, wahr Herr Colinus undt Herr Ziegler auch darbei, qui nuper absentes[c] Item[d] war auch da Pater Prior Augustinianorum.
Begehrte Herr Commissarius Johan Müller, im nahmen undt von wegen deß Herrn Residenten Monatlich 1000. daler a Clero|[R.] 1.000 rtl.|:
Deliberiret Clerus, Concludit[e] undt gab Herrn Commissario zur Andtwortet [sic], daß sie (: allegata et repetita impossibilitate, incommodis[f] etc.) semel pro semper[g] 1000. daler auf Termin entrichten wolten, nembligen Monatlich 200. daler, undt solte künftigen Sambstag der erste Termin erlegt werden. Könten weiters nichts.
Donnerstag 6. Maii / 26. April.
Supplicando[h] beimb Herrn Residenten angesucht umb eine Intercession an die Thüringische Stände (: welche hier versamblet[1] :), darmit der Clerisei die under ihnen liegenden Intraden mögten gefolget werden, wovon sie zue leben undt Contribution zue erlegen.

[1] Bereits am 17.3. hatte Wilhelm IV. ein Ausschreiben an die Stände erlassen und sie aufgefordert, bis zum 4. April Kontributionen nach Erfurt zu liefern: Weimar, Coburg und Schwarzburg sollten je 3.000, Henneberg 2.000, Altenburg 1.500, Mühlhausen und Nordhausen je 1.000 Rt. aufbringen. Für Stolberg, Hohenstein, Reuß und Schönburg fehlen dagegen die Angaben. Auch das Fürstentum Eisenach sollte monatlich 1.500 fl. Kontribution aufbringen, dazu sollten 100 Pikeniere und 100 Musketiere nebst Offizieren, später noch 30 Berittene sowie 24 Artilleriepferde mit 12 Knechten aufgeboten werden.
[a]Lasten
[b] kam die gesamte Geistlichkeit wie oben
[c] die neulich abwesend waren.
[d] ebenso
[e] beratschlagte die Geistlichkeit, beschloss
[f] gesammelte und wiederholte Unmöglichkeit, Unannehmlichkeit
[g] einmal für immer
[h] auf dem Bittwege


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