Caspar Heinrich Marx (Diarium), f. 31r
[1632.06]

1632
Junius et Maius styl. vet.
Mitwochen 2. Junii / 23. Maii.
Lies der Herr Resident Clero per Commissarium[a] Müller andeuten, zween ihres mittelß zue deputiren, welche nach dem keiserlichen Herrn Feldmarschalcken von Pappenheim verreiseten undt sollicitirten, darmit die Geistlichen der Augsburgischen Confession mogten der Haft endledigt werden, solte solches mit den Eichsfeldischen gefangnen Catholischen Stifts undt Ordens Personen auch wechselweis fuergenommen werden[1]. Die Ablegandi[b] solten eine Stifts- undt eine Ordens-Person sein.
Seindt aus den Stiftspersonen Herr Nicolaus Ebert undt Herr Christophorus Arndt, Aus den Religiosis Prior Augustinianorum et Pater Societatis Jesu deputiret worden.
Eodem die[c]
Beimb Herrn Residenten umb den Schutzbrief angehalten: seind wieder beschieden worden.
Freidag 4. Junii / 25. Maii.
Ist eine Supplication an Herrn Feldmarschalck von Pappenheim wegen der Eichsfeldischen gefangnen verfertiget worden undt alß Ablegatio[d] (: auf befelich Herrn Residentens) miht fortgangen.
Sambstag 5. Junii / 26. Maii.
Ist ein Bodte an Herrn Pappenheimb mit der gestrigen Supplication abgangen.
Copia[e] Supplicationis. [fehlt]

[1] Nach STADLER, Pappenheim, S.172, hatte Pappenheim Andreas Cramer [1582-1640], Pfarrer und Superintendent in Mühlhausen (ursprünglich Prediger von St. Johannis in Magdeburg, bei der Zerstörung der Stadt nach Mühlhausen geflohen), Pfarrer und Magister Bernhard Grauer veranlasst, Erskein zu schreiben, dass er die dort inhaftierten Geistlichen freilassen sollte und bei fehlendem Entgegenkommen mit Vergeltung an den protestantischen Pfarrern in Mühlhausen gedroht.
[a] durch den Kommissar
[b] die Abzusendenden
[c] an diesem Tag
[d] Absendung
[e] Abschrift


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