Caspar Heinrich Marx (Diarium), f. 45v
[1632.11;1632.12]

1632.
Novemb. et Decemb.
Per: 3. 30. / 2[0]. 9bris
hat Ein Ehrenfester Raht hiesiges ohrts Alle Man undt Jungfrauen Clöster in possess genommen, in ieglich Closter eine Rahtsperson gesetzt, die Register begehret, mit Vorwanden, daß solches metu alicuius Tertii[1][a]geschehe (. welcher sonsten dergleichen mögte fuernemen .) undt den geschehe[2].
Ins Closter Petri ist gesetzt Herr Joan Neubauer.
Ad Sanctum Cyriacum Herr Gedeon Arnstadt.
Martini Extra. Herr Heinrich Lömpel. [...]
Albanorum. Herr Johan Wagner. Hans Pangratius Greue[?].
Novi operis. Herr Florian des Wirts imb Christof Schönerstedts[Haus ?]
Cartheus. Rudolf Groman[3]
Scotorum. Niemandt Pangratius Greue[?]
Ad Augustinianos. Ist daß Closter gantz ruiniret. Aber hernach pro Collectore Pangratius Greue bestelt.
Per 4. 1. decemb. / 21. 9bris.
Bericht Mathias Winelt, wie Herr Doctor Z[e]ithof, Herr Magister Jacobus Ber[in]ger, Rahtsverwanter, undt Herr Johan Dossert, Stad[t]schreiber, diesen nachmittag ins Jesuiter Collegium kommen, derogleichen, wie gestriges tages in Clostern fuergenomben undt Stephan Mittag, vulgo[b] Nagel Schmidt, daringesetzet.
Hette Mathias zur andtwort geben, der königliche Herr Resident hette die Schlussel zue den gemachen undt hette solches Stiftshaus (eo quod non sit Collegium proposit[c]) dem Herrn Obrist Eßleben zumb Quartier assigniret, ehr, Mathias, warte dem Herrn Obristen nur auf.

[1]Gemeint ist Kursachsen.
[2] Vom 19.10.1632 datiert die Schenkung Gustav II. Adolfs aller mainzischen Rechte und Güter an Erfurt: alle weltlichen Rechte, die dem Mainzer Erzbischof über die Stadt zustanden, der Mainzer Hof, beide Stifter St. Beatæ Mariæ Virginis und St. Severi, die katholischen Pfarrkirchen, das Jesuiten-Kollegium und die 5 kurmainzischen Küchendörfer Daberstedt, Dittelstedt, Melchendorf, Hochheim und Witterda. Am 2.1.1633 ließ Reichskanzler Axel Oxenstierna die feierliche Übergabe an die Stadt vornehmen.
[3]Nach den Aufzeichnungen des Priors Arnoldi, 54r, wurde als Inspektor allerdings Hans Haueisen, Löber, im Rat 1609 und 1629, wohnhaft 'Zum Güldenen Schwert', Neuwerkstr. 23, eingesetzt; BAUER, Erfurter Ratsherren, Nr. 219.
[a]aus Furcht vor irgendeinem Dritten
[b] gewöhnlich, gemeinhin
[c] noch dazu sei es nicht das Collegium, [das] er vorschlagen hat


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