Caspar Heinrich Marx (Diarium), f. 96r
[1635.08]

1635
Augustus.
daß Sie ihnen nun alle der ienige|seiner|dienst auf hiesige Stadt entlassen wollen, wolte ehr lenger hier verbleiben, mögte ehr auf sein geld alß ein privat Person zehren.
wolten ihnen aber seiner geleisteten dienste patenta Testimoniales ertheilen. Ehr aber, der Commendant baht, daß er solches seinen Herrn Principal, den Schwedischen Reichs-Cantzler berichten mogte.
Dienstags 7. Augusti.
Dieweil der Schwedische Commendant mit seinen Soldaten uber den angekundigten Abzogs Termin sich aufgehaldten, als hadt der Magistratus ihme nochmahligen die Aufkundigung gethan, auch eo fine[a] die fahnen|befohlen|abnehmen |zu|lassen, daß sie ihme hinfuro weder wacht noch einiges Commando [zu]gestehen wolten; der Commendant aber gab zue Andtwort, hedte Ordinantz, von hinnen nicht zueweichen, sollen ihnen auch lebendig nicht hinweg bringen. Es hadt auch der Schwedische, fur diesen hier residirende Resident Alexander Esken, ziemblich scharf an hiesigen Magistratum geschrieben.
Sambstag 11. / 1. Augusti.
Wardt von hiesiges Magistrats undt gemeiner Stadt halber Herr Doctor Ernestus Godofredus Norimberger beneben den Herrn Oberaufseher aus der Grafschaft Henneberg[1] naher Ihrer Churfürstliche Durchlaucht zue Sachsen verschickt.
Montag 13. / 3. Augusti.
Fertigte hiesiger Magistrat ein schreiben an keiserliche Maiestät.
Augusti
Zue Gebesee umb restitution der geistlichen proventus angehaldten, ist schriftligen vomb selben Schosser resolution erfolget, daß die zinse sollen gefolgt[2] werden.
den Augusti[3]
Schickten beede Stifter [ St. Beatae Mariae Virginis, St. Severi] einen bodten, Nicol Pappen, mit schreiben naher Beichlingen zumb Herrn [Georg] von Werthern, bathen umb restitution des dorfs Mo Grosen Monran.

[1]Die Grafschaft Henneberg wurde nach dem Tod des letzten Grafen (1583) auf Grund der Erbverbrüderung von 1554 von den beiden wettinischen Linien verwaltet. Die Grafschaft gehörte 1631 zu den von den Truppendurchzügen und Einquartierungen am schlimmsten betroffenen Territorien. An das Aufbringen der Kontribution nach Erfurt war kaum zu denken, das Rentamt in Schleusingen verfügte über keine Mittel. Die Landstände wurden bewogen, innerhalb der nächsten zwei Monate 2.500 Rt. aufbringen zu wollen. Ein weiterer schwerer Schlag wurde nach dem Bericht des kursächsischen Oberaufsehers Marschalk der Grafschaft im Oktober 1634 durch den Einbruch der Truppen Piccolominis versetzt. Vgl. HEIM, Leiden der Grafschaft Henneberg; KÖBLER, Historisches Lexikon der deutschen Länder, S. 247f.
[2] ausgefolgt, ausgehändigt
[3] Tagesangabe fehlt
[a] zu diesem Ende, letztendlich


< vorige Seite     nächste Seite >      Druckversion