Caspar Heinrich Marx (Bedencken), f. 25v
[1633.10]

huic Patriæ nostro, huic Erfurtinæ civitati sic insinuante, mandate, præcipiente, ut eo omnia sint statu, loco, conditione, quibus ante Sueciæ Regis adventum fuerunt.
Intimatur vobis qui altissime Sacrosanctæ Theologiæ contemplationi inhærere aut soliti estis, aut animum concepistis, ut abhinc singulis, secundæ gratiæ ac sextæ feriæ, ante ac pomeridianis horis antehac consuetus in solito Theologorum Acroatorio vos testatis, sistetur cum sacro codice dieque interpres Aquinas. Adeste frequentes. Publicatum sub manu mea 8. Octob. Anno 1635.[a]
Caparus Henricus Marx

IIII.

Den 10. Octob. styl. novo ist Gestriger geschener contradiction ohngeachtet der actus in der Prediger Kirchen fortgangen. Doctor Nikolaus Zapf zum Decano Facultatis Theologicæ[b] sistiret worden, welcher nachfolgendes programma an die Prediger kirchen affigiren laßen, deßen copiam kaumb oberhin abcopiirt haben können,[c] sindemal es balt wiederumb weg kommen.
DECANUS FACULTATIS THEOLOGICÆ legitime
(non ut quidam ex Adversariis hunc sibi titulum gratis
et sine re tribuit selectus
Nikolaus Zapfius Sacrosanctæ Theologiæ Doctor et Professor publicus.
Auditoribus suis salutem.
Augustissimo ac Invictissimo Sacri Romani Imperii Cæsare Ferdinando II. Austriaco etc. cum Serenissimo ac Potentissimo Duce Saxoniæ, Sacri Imperii Archimarschallo et Principe Electore Thuringiae Landgravio, et Augustanæ confessionis ejusdemque Professore Defensore acerrimo, sie concludente, transigente, pacificante, Reverendissimo vero ac Illustrissimo Sedis Moguntiæ Archi-EpiscopoSacri Romani etc. huiusce civitatis, concernet, ut eo omnia sint statu, loco, conditione, queis ante gloriosissimi Regis sueciæbonæ memoriæ adventum de jure fuerunt.[d]
Intimatur vobis, qui non vanæ, et scholastica inutili sed veræ & sinceræ Theologiæ inhærere aut solitis estis, aut animum concepistis, ut crastino hora consueta in medicorum Acroaterio, donec nimirum antiquum illud Theologorum, quod una cum sceptris Academicis Magnificus Senatus, irrefragibile jure sibi vendicat, restauratum fuerit vos sistatis, explicabiliter methodo consueta status vitæ post mortem, ut tandem primi nostri laboris telare pertexam, promissique felicem mature inchoem. Publicatum sub manu mea XX. Octob. MD[C]XXXV.[e]
Nicolaus Zapfius

V.

Eodem die[f] 10. Octob. habe ich als Decanus Facultatis Theologicæ[g] undt professor meine lection in auditorio Collegii Ecclesiæ Beatæ Mariæ Virginis, | der Himmel genannt, | gehalten[h] undt also baldt der Neuen augspurgischen confessions Verwanten professorn[i]actibus quoad Facultatem Theologicum contradiciret[j] und selbige eventualiter annulliret,[k] in anhören Herrn Magister Martini Lotzii, Herrn Adelarii Grunß, Herrn Andrea Socii Vicariorum Beatæ Mariæ Virginis und Herrn Joann. Semlers Vicarii Sancti Severi, wie auch Joannis Kirchneriund Johan WunschSacrosanctæ Theologiæ Auditorum.[l]Eodem die[m] proponirt Herr Stadtschreiber Johann Dosser beneben den Rahts

[a]dieses unseres Landes, dieser Stadt Erfurt so wohlwollend, überliefernd, vorschreibend, auf dass alles soweit in jenem Zustand, Platz, jener Bedingung sei, wie sie vor der Ankunft des schwedischen Königs gewesen sind. Es wird Euch bekannt gegeben, wer der erhabensten hochheiligen Theologie Betrachtung anhängt, entweder gewohnt oder den Geist in sich aufgenommen hat, dass von nun von den einzelnen der zweite, vierte und sechste Wochentag vor- und nachmittags wie dies üblich, im gewohnten Schülerkreis der Theologen Ihr Euch dem Studium widmet, studiert wird mit der Heiligen Schrift in der Übersetzung des [Thomas von] Aquin. Seid häufig anwesend. Veröffentlicht unter meiner Hand 8. Okober 1635.
[b]Dekan der Theologischen Fakultät
[c]dessen Abschrift [ich] kaum oberflächlich habe abschreiben können
[d]Der rechtmäßige Dekan der Theologischen Fakultät (nicht wie ein gewisser von den Gegnern, der sich diesen Titel umsonst und ohne Ereignis als gewählt verleiht) Nikolaus Zapf, der hochheiligen Theologie Doktor und öffentlicher Professor. Seinen Hörern zum Gruß. Dem erhabensten und unüberwindlichsten des Heiligen Römischen Reichs Kaiser Ferdinand II. von Österreich etc. mit dem Durchlauchtigsten und Mächtigsten Herzog von Sachsen, des Heiligen Reichs Erzmarschall und Kurfürsten, Landgrafen von Thüringen, und der Augsburgischen Konfession und eben deren Professoren schärfsten Verteidiger, so geschlossenen, durchgeführten und Frieden stiftenden, allerdings dem ehrwürdigsten und erlauchtesten des Heiligen Stuhls von Mainz Erzbischofs, des Heiligen Römischen Reichs und dieser Stadt Erfurt betreffend, auf dass alles soweit in jenem Stand, Platz, jener Bedingung seien, wie sie vor der Ankunft des schwedischen Königs guten Gedenckens gewesen sind.
[e] Veröffentlicht unter meiner Hand (Verantwortung), 20.10.1635.
[f]an diesem Tag
[g]Dekan der Theologischen Fakultät
[h]Professor seine Vorlesung im Hörsaal der Stiftskirche Beatæ Mariæ Virginis | der Himmel genant | gehalten
[i]neu (berufenen) Professoren des Augsburgischen Bekenntnisses
[j]den Handlungen, die Theologische Fakultät betreffend, widersprochen
[k]teilweise aufgehoben, für nichtig erklärt
[l]Hörern der hochheiligen Theologie
[m]an diesem Tag


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