Caspar Heinrich Marx (Bedencken), f. 31r


angehalten, keine communication gelten, sondern lauter exculpation zaghaft und forch[t]samer wort gefallen, und die damahligen zeitten und gewalt von ihme, den Herrn Heckelio (ob er schon vielleicht in favorem und ad placitum,[a] wie hernacher zu vornehmen, und ich mit Verwunderung gelesen, an itzo ein anderes fürzugeben sich unterstehet.), erfolget.

Der Rhat.

Die sich darauf einmütig erkleret, daß sie ihn beÿ seiner
Profession, solte[1] und würde, so er beÿ der Universität hatt,
imb geringsten zuhindern, noch darbeÿ zumb einen, [ja] vielwe-
niger von den congregationibus und actibus Academiæ[b] auszu-
schließen, sondern sich gegen ihme der gebür nach und also zu erzeigen
gemeint wehren, daß in der That würde zubefinden sein, welcher gestalt der
Catholischen Religion zugethanen Personen an ihren würden und ämptern, so sie
beÿ der Universität haben, kein eintrag begegnen, sondern vielmehr angenommene freundschaft erwiesen werden solle.

Andtwort.

Möchte gern wißen, zu welchen actibus Academicis oder electionibus ich doch à tempore ablatorum rerum ad Theologicam Facultatem spectantium[c] iemal berufen worden als membrum Facultatis,[d] zu geschweigen als Decanus: kaumb bin ich als sonst geladner hospites[e] zu etlichen inaugurationibus und prandiis invitiret[f] worden.
2. daß solches ins künftige gesehen soll, erkenne ich mich gegen die löbliche Universität alzeit obligat, wofern es eo modo[g] beschicht, wie sichs gebüret eoque statu,[h] in welchen mich wolerwehnte universität gehabt und ohngebührlichen endsetzen laßen.
3. so werden sich alle andere dreÿ löbliche Facultäten und dero verwande membra[i] grosgünstigen zu endsinnen wissen, waßer gestalt, dofern ich nur allein invitiret worden, in ihren disputationibus juridicis, Medicis und philosophicis,[j] auch zeithero des Schwedischen Dominii[2] und do ich meines Decanats albereit entsetzt gewesen, erschienen, underschiedlichen disputiret und opponiret, hingegen aber habe ich niemals den vermeinten neuen sub titulo Theologiæ Facultatis[k] angestelten Theologicis Disputationibus[3] wollen beÿwohnen und selbe placidiren, und doch, darmit es nicht das ansehen, als wan ich ihre Disputationes scheuete, die furnehmste derselben, welche in Fidei controversiis[l] bestanden, scripto refutiret,[m] auch theils ihnen, den Herrn professoribus, zulesen zugeschickt und in kürtze durch offenen druck ans licht kommen laßen will.[4]
4. Acceptire also der löblichen Universität großgünstig erbiethen, daß sie mich beÿ meiner profession stelle undt würde mir zuhindern gemeint, und erwarte also auf diß erbieten die begehrte restitution Decanatus[n] und anderer zur Theologischen Facultät gehörigen

[1]Sold, Besoldung
[2]Zeit der schwedischen Besetzung Erfurts (1631-1635)
[3]Der Kandidat hatte in der Regel drei Disputationen (Streitgespräche) zu führen.
[4]Vgl. MEDICK, Zwischen Religionskrieg und Fakultätskonflikt, ....... [10f.]
[a]in der Gunst und zum Wohlgefallen (des Rats)
[b]akademischen Versammlungen und Handlungen der Universität
[c]akademischen Handlungen oder Wahlen ich doch zu der Zeit der weggeschafften, zur Theologischen Fakultät anzusehenden Sachen
[d]Mitglied der Fakultät
[e]Gast
[f]zu den Einführungen und Mahlzeiten eingeladen
[g]auf die Weise
[h]in eben diesem Zustand
[i]Mitglieder
[j]juristischen, medizinischen und philosophischen Streitgesprächen
[k]unter dem Namen der Theologischen Fakultät
[l]in Glaubensauseinandersetzungen
[m]schriftlich widerlegt
[n]Rückgabe des Amts des Dekans


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