Caspar Heinrich Marx (Bedencken), f. 33v


2. Ist kein defectus Electorum,[a] sondern seindt ihr beÿ meiner Election so viel gewesen, alß vielleicht nicht beÿ H[errn] Zapfii vermeinter election, wie solches oben alles im Ersten theil meiner relation demonstrirt worden.
3. daß Gott der Allmechtige dreÿ meiner H[erren] collegarum durch den Todt abgefordert, wirdt niemandt Gott in sein Göttlich Gericht reden, sonsten ist à parte Catholicorum[b] die Theologische Facultät für des königs in Schweden ankunft in numero[c] so wohl bestalt gewesen, daß sie die andere fast alle excediret, und ist Gott lob noch neben mihr Herr Valentinus Laurus Societatis Jesu (welcher ex hoc loco tempore Suecici Dominatus[d] weichen müßen, aber verhoffentlich balt wieder zur stelle gelangen wirdt.), Herr Doctor Valentius Hartegen, Herr Magister Martinus Lotz, so erwarte ich auch stundlich des Herrn Suffraganei als Sacrosanctæ Theologiæ Doctoris[e]gewertig, kurtzlich, man restituire mich geburender masen, an collegis soll kein mangel verhoffentlich erscheinen. diß ist hierbeÿ zu repetiren, daß Ein Ehrenvester Raht und die Universität sich großgünstig zuendsinnen wißen werden, wie Herr Doctor Schmaltz lange Decanus Facultatis Medicinæ[f] gewesen, und doch weder Electores[g] noch Collegas so Doctores gehabt undt doch solche Facultät löblich und friedlich verdretten.

Der Rhat.

Bevorab, weil keiner unter ihnen, auch den Ministris
Academiæ[h] nicht, die doch beÿ dergleichen actibus aufzu-
warten pflegen, im geringsten wissendt, daß er
hiebevohr zum Decano Collegii Theologiæ elegirt[i] worden wehre,
sich darfür ausgeben oder einigen zu solchen munere[j]
gehörigen actum exerciret hette.

Andtwort

Dieses alles gibt neben deren kundbahren wissenschaft aller Academicorum, die obengesetzte relation. Und nimbt mich wunder über den ministrum Academiæ[k] Kylianum Becke, wie er so vergeßen sein kan und sich nicht erinnere, daß er mir als Electo Decano cistam Theologicam[l] ins hauß bracht, zu unterschiedenen actibus mich beruffen, Anno 1632 in festo Sancti Hieronÿmi[m] mir als Decano die sceptra Academica ad sacrum[n] in Unser lieben frauen kirchen fürgedragen etc. Und wann man solche handgreiflige Ungrunde darf zu papier setzen, weiß ich nicht, wie sich ein ehrlicher man genugsamb verwahren könne, bitte auch, Kylianum Beckensuper hoc puncto[o] eidlich zu vernehmen, dieweil er noch für wenig dagen, da ich ihme furgehalten, ob ihme nicht be-

[a]Mangel an Wählern
[b]von Seiten der Katholiken
[c]zahlenmäßig
[d]aus dieser Stelle zur Zeit der schwedischen Vorherrschaft (1631-1635)
[e]Doktor der hochheiligen Theologie
[f]Dekan der Medizinischen Fakultät
[g]Wähler
[h]Universitätsdiener
[i]zum Dekan der Theologischen Fakultät gewählt
[j]Amt, Dienst
[k]Universitätspedell
[l]als gewähltem Dekan die theologische Kiste
[m]in dem zum Fest des Heiligen Hieronymus (30.9.)
[n]die Universitätszepter zum Gottesdienst
[o]über diesen Punkt


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