Caspar Heinrich Marx (Bedencken), f. 35r


gewißen Verlaß machte, darmit man desto neher beÿeinander
in friedt und ehre bleiben und dardurch der Universität
wohlfahrt befördert würde.

Andtwort.

1. Die gedreute Ungelegenheit muß ich an seinen orth gestellet laßen, stelle es den Jenigen zu verandworten anheimb, welcher selbe causiren wirdt, man gebe wieder, was einen und den andern endtnommen, so hat man sich gantz keiner Ungelegenheit zubefahren.
2. dieweil aber dieses wörtlein Ungelegenheit gantz bedencklich und æquivoce[a] gesetzt, daß nicht zu vermercken, ob es comminatorie[b] und daß man mihr drauete, Ungelegenheit zuzuweisen gemeinet, zuverstehen, protestire ich hierwieder solenniter undt will deßwegen umb Schutz Ihro Churfürstlichen Gnaden zu Mainz und dero Herren Raht und beambten imploriret und an selbe eventualiter und in cautelam provociret[c] haben.
3. daß zusammendretten und underreden, weil mihr ohne consens oder præjudicii Ihrer Churfürstlichen Gnaden, Meines Gnädigsten Herrnß, durchaus nicht gebühren, zumahlen, dieweil mir oben strackß imb anfang der erklärung wieder die Theologische Facultät §, sondern sie (augustanæ Confessionis Theologi [d]) sich denen (catholicis Theologicis[e]) selbst guetwillig geeusertt, angeführet wirdt, daß es den augsburgischen Confessions Theologen [f] mit den andern der Catholischen Religion und profession zugethanen Theologen gemeinschaft zuhaben nicht hat anstehen wollen; wie will man dann itzo die Zusammentrettung suadiren, zugeschweigen, mit bedrauung befahrender Ungelegenheit gleichsamb urgiren.[g]
Salvo iudicio meliori[h]

[a]doppelsinnig, mehrdeutig
[b]als Drohung
[c]zum Teil und um Schutz angerufen
[d]Theologen des Augsburgischen Bekenntnisses
[e]katholischen Theologen
[f]dem Augsburger Bekenntnis angehörigen Theologen
[g]mit Androhung zu befürchtender Unannehmlichkeit dringlich einfordern
[h]vorbehaltlich eines besseren Urteils


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