Hans Krafft, f. 172r
[1646.00]

Anno 1646 hat der ewige gütige Gott sich des armen menschlichen Geschlechts aus grundloser Liebe, Güte, Gnade und Barmherzigkeit erbarmt und durch seinen überschwenglichen Reichtum die Heilbrunnen aus dürrem Erdreich hervorquellen und springen lassen. Dadurch hat er sein väterliches Herz gegen den armen Leuten [gezeigt], die seiner Hilfe begehren, [um sie] dadurch zur Buße bewegen. Und [er] sich zu erkennen gibt als [in] Hornhausen[1] und Raßenbruck[2] und anderen [Orten] mehr, von etlichen Orten, welche von sich aus und vom Grund ihrer Herzen des lieben Gottes Hilfe erbeten [haben]. Und mit guter Zuversicht, Hoff[en] und beständigem Erwarten etliche 1000 gesund geworden [sind], in was Gebrechen und Mangel gewesen [sind]. [Bl. 172v unbeschrieben]

[1]Rastenberg [Herzogtum Sachsen-Weimar, 2008 Kr. Sömmerda] Am 5.3.1646 wurden neun angeblich heilkräftige Brunnen entdeckt. Allein 1646 sollen 24.000 Menschen, teilweise sogar nach dem Theatrum Europaeum Bd. 5, 1080, über 1000 Menschen pro Tag, darunter auch der gichtkranke Lennart Torstensson und Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, hier Heilung gesucht haben. Ausführlich beschrieben im Theatrum Europaeum Bd. 5, 1079ff.; die u. a. Caspar Ermes gewidmete Schrift von Döbner, Fontina Hornhusiana.
[2]1646 war eine eisenhaltige Heilquelle entdeckt worden. 1866 flossen die Heilquellen wieder, so dass sich die Stadt zum Kurort entwickelte. 2005 wurde der Kurbetrieb wieder eingestellt.


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