Caspar Heinrich Marx (Diarium), f. 18v
[1632.01]

possession kirchen undt Religions Exercitii[a] erhaltung an die handt nehmen, zue welchen ende folgende Regulae zue observiren
Regula 1). Mus man sich in derogleichen pactis undt contractibus[b] welche an ietzo angemuetet werden, passive undt permissive[c] halten, nichts thun alß darzue vi metuque[d] gezwungen. Per firmiori et meliori instructione legatu [?] Arpor. [Aφτ ?][e] I. 1. Inst. Moral. Cap. 10. Jus Canon[f] lib. 1. decret. Tit. 40. cap. 2. cap. 4. cap. 6. I. 2. Tit. 24 [đ in injur.]. c. 2. c. 8. c. 15. c. 22. c. 30.
Regula 2). Unter zweien Ubeln, deren eins muß zuegelassen werden, alle Zeit daß geringste erwehlen.
Regula 3). Seind Temporalia, undt alle Leibliche Ding (: etiam corporalis subjectio[g] :) den Geistlichen nachzuesetzen. Vide Arpor. [Aφτ ?] Tom. 1. I. 5. c. 12. §. superest. de subjectione Sancti Pauli.[h] § Non quod Jure divino[i] etc. [?]
Regula 4.) Ad redimendam vexam temporalia fas est pro spititualibus et sui conservatione[j]
Regula 5). Non Juri Civile (: vel ut verius dixerim Juristae alcuius affectuosis opionibus, et effusis sparsisque post factum suspiciosis judiciis :) sed principiis Theologicis, Moralibus, ac practicis [Æquitatis] ac [Eubu]liae se sub mittere[k]. Vide Leonh. Less [?] de Jur[ibus ?] et Inst[itutionibus ?][l]
Regula 6. In iis in quibus requiritur concensus superioris ad quam citra periculum non datur accessus praesumere [?] superiorem in tali casu ad connivendum vel dispensandum aut consentiendum rationabiliter non posse Invitum, atque ita eius interpretativam voluntatem supponere. Censetur autem Princeps subditis sius comme[n]dere [?] consensum seu voluntatem suam tacitam in in iis, in quibus eos defendere non potest, maxime si subditi sint Tales (: quales nos :) qui neque vi, neque[m]

[a] Religionsausübung
[b] Verträge und Abkommen
[c] ruhig und ergeben
[d] durch Gewalt und Furcht
[e] für eine stärkere und bessere Gesandteninstruktion Arpor. ?
[f] Um 1500 entstandene Zusammenfassung katholischer Rechtsquellen auf Veranlassung Papst Gregors XIII., 1582 erschienen, bis 1918 gültig.
[g] auch die körperliche Unterwerfung
[h]……… über die Unterwerfung des Heiligen Paulus
[i] Nicht, weil es dem dem göttlichen Recht etc. [?]
[j] die Plage der Zeit abzuwenden ist das göttliche Gesetz für Geistliche und seine Bewahrung.
[k]Nicht dem bürgerlichen Recht (oder hätte ich wahrhaftiger sagen sollen, das Recht des Juristen und dessen schwankender Meinung) und ausgestoßenen und ausgestreuten verdächtigen Urteilen im Nachhinein, sondern den Grundsätzen der Theologie, ihrer Morallehren und Gewohnheiten der Gleichheit und Unvoreingenommenheit sich zu unterwerfen.
[l]Siehe Leonh. Less[er] über die Rechte und Einrichtungen
[m]In jenen [Fällen], in denen die Einwilligung eines Höheren verlangt wird zu dieser diesseitigen Gefahr, nicht gegeben wird das Hinzugekommene das Höhere im Voraus zu tun, in einem solchen Fall nachsichtig zu sein oder zu befreien, auch verstandesgemäß zu stimmen, kann nicht erzwungen sein und sie eines begriffenen Willen unterdrücken. Man meint aber, der Herrscher könne seinen Untertanen seine Entscheidung jenen stillschweigenden, die sich nicht verteidigen können, am meisten, wenn die Untertanen sind so wie wir, die weder mit Gewalt noch


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