Hans Krafft, f. 191v
[1681.03,1682.01]

Anno 1681 im März [ist es] geschehen, dass etliche Stände des Reiches, die droben im Elsass liegen, dem Könige in Frankreich und dessen Ministern von Metz und Briesach nach folgender Art die französische Huldigung tun und schwören müssen: Erstlich wird dem Stande des Reiches, so schwören solle, vorgeschrieben, dass er mit tiefster Demut begehren müsste, in die königliche Hulde aufgenommen und verpflichtet zu werden. 2. wird ihm eine Zeit gesetzt, auf welche derselbige vor der Kammer ohne Degen, Hut, Handschuhe und Sporen erscheinen und noch einmal mündlich begehren muss, das er schriftlich gesucht hat. Worauf ihn der Kammerpräsident fragt, ob er alles dasjenige, welches er schriftlich begehrt und gelobt hat, getreulich halten und demselben nachkommen will, und wenn er mit Ja geantwortet hat, muss er seine Hände gleichsam, ob er beten wollte, zusammenlegen und vor dem Präsidenten niederknien, wonach besagter Präsident seine Hände um des Knienden Hände schlägt und sagt: So nehme ich Euch denn in die königliche Huld, Schutz und Gnade auf und an. Tut Eure Pflicht, so soll Euch Heil widerfahren. In diesem Jahr haben [sich] in Schweden den 7. Januar [1682] bei hellem Mittag 2 Regenbogen[und] neben der rechten Sonne noch 3 andere sehen lassen, und hat in einigen Sonnen ein + gestanden. Der große Komet, welcher fast die ganze Welt überstrichen hat, ist in Schweden auch gesehen [worden]. NB [a]: Die rote und grüne Farbe der Regenbogen und die Spitzen, nach Norden kehrend, sind sonderlich zu bedenken.

[a] nota bene = wohlgemerkt, übrigens


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