Hans Krafft, f. 36r
[1648.00,1649.01]

und [derer] vor den Toren ihres Gefallens acht Personen wählen sollten, die die Accise in der Waage einnehmen sollten und den Soldaten zur Besoldung darvon reichen sollten und das Übrige [an] die Ratsgesellen entrichten [sollten]. So sind wir vier Tage aufm Rathaus gewesen, ehe es der Rat eingehen wollte. Als sind von Rats wegen ihr[er] vier, er, Hanns Dieme, der Oberkämmerer, ein Apotheker, Herr Georg Ziegler, Gegenkämmerer Tobias Stößel und Herr Hanns Heinrich Weißmandel. Von den Handwerksvormunden sind Caspar Weßerman, Christoff Siegler und Valten Hofemann, Posaunenmacher,[1] und Jacobus Herdricherwählet und haben dem Rat angelobet an Eides Statt 21. September auf[2]. Der Thomastag war nicht gehalten, aber den Tag darnach haben die Vormunde abgedankt, und wurde uns drei Fasserichen mit Wein und Most und Bier, jedes von etlichen zwanzig Stiebichen, den Trunk gegeben. 24. Dezember waren die Vormunde hier aufs Rathaus gegeben. Am zweiten Christtag sollte die Huld [erfolgen], wie [es] gebräuchlich war. So sollten die Vierherren uns Vormunden einen körperlichen Eid tun, dass sie bei der anno 1510 aufgerichteten Stadtregimentsverfassung wollten erhalten. Darauf wollten die Zunftvormunde auch schwören, aber die Viertelvormunde machten große Bedenken drüber, deshalb sind wir Vormunde über 10 Mal auf dem Rathause gewesen, aber wir konnten der Sache nicht eins werden.

[1] Krafft verwendet hier die alte Form "busaun", obwohl seit Luther "Posaune" gängig ist.
[2]Die Aussage der gestrichenen Passage bleibt unklar. Wahrscheinlich hat Krafft kurz nach den Ereignissen vom 7. April 1648 mit der Niederschrift begonnen, doch dann traten Ereignisse ein, die ihn das Geschriebene revidieren ließen. Im Transitus des fraglichen Jahres finden sich die Namen Westermann, Hofmann und Herdrich nicht.


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