Hans Krafft, f. 86r
[1617.05,1645.12]

Anno Domini Mai anno 1617 so ist ein Beck vor dem Krämpfertor wohnhaft gewesen, mit Namen Hanns Singer, der ist am Krämpfertor in den Stadtgraben gesprungen und hat sich wollen ersäufen. Die Wächter haben ihn herausgetan. So ist er heimgegangen und gesagt, der böse Geist hätte ihm so heftig nachgestellt, er lobe Gott, dass er erlöst wäre aus seinen Banden. Wie nun war eine kleine Zeit, geht er wieder naus und springt mit Freuden in den Stadtgraben und ersäuft sich selbst. Anno Domini 21. Dezember 1645 so hat man frühmorgens auf der Hirschlach ein Weib im Wasser gefunden, das, [da] die Hirschlach bald ganz ausgefroren[war], mit dem Kopf im Wasser und Eis gesteckt hat. Der Frau ihr Mann ist ein schwedischer Reiter bei der Armee und hat ein Mädchen von sieben Jahren und ein Kind von 8 Wochen. Und das Weib soll unheilbaren Schaden an sich [gehabt haben], dass man sagt, das Weib sei in Verzweiflung gefallen und [habe] sich selber ersäuft. Ein Ehrenfester Rat hat sie begraben lassen im Armenhauskirchhof vor dem Krämpfertor.[Bl. 86v unbeschrieben]



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