Hans Krafft, f. 141r
[1641.10,1651.06]

Anno 1641 13. Oktober ist ein ehrvergessener, gottloser Dieb, geheißen mit Namen Michel Schwartz, ein Weißgerber, gewesen. War ein arger Zauberer, der hatte seine Teufelskunst von des Hirten Frau gelernt vor dem Johannistor. Der hatte gar sehr viele Alte und Junge bezaubert, und wann der Böse Geist zu ihm zu Gast gekommen ist, so hatte er [es ihm] alle Zeit stattlich zugerichtet. Und wann er die besten Fische und Karpfen hat haben wollen, so hat er zum Dache oder aufn Gang nausgegriffen. So hat er die besten Fische und Karpfen bekommen können, bis so lange der Erzlügner ihn hat fallen lassen. Die Hirtenfrau ist im Gefängnis gestorben. Vor dem Andreastor war ein Zaubern. Anno 1651 13. Juni in der Nacht so hat sich die alte, schelmische, diebische, zauberische Hure, die Schwartzfleckische, im Paradies an ihr Zopfband gehenkt. Der Scharfrichter Hanns Wahl hat sie abgeschnitten. Das wollten die Mainzischen nicht gestehen. So lassen unsere Herren die Schandhure, die Bettelkönige, vorm Löbertor begraben, an die Stätte, da die Schindpferde begraben sind. Aber der Scharfrichter hat sie am dritten Tag ausgegraben und hat sie zu Ilversgehofenverbrannt. Es ist großer Streit mit dem Rate und den Mainzer Räten gewesen. Man will sagen, dass die Bestischen[in] 10 Jahr neun junge Teufel soll geseyet[1] haben.

[1] gezeugt. Zwischen 1526 und 1731 sind in Thüringen über 1500 Fälle von Hexenverfolgungen festgehalten. Von 1598 bis 1631 gab es eine 1., 10 Jahre später bis etwa 1700 eine 2. große Verfolgungswelle. Der Höhepunkt lag um 1629. Vgl. auch die bei Wagner, Pforr mitgeteilten Fälle.


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